Bevor die neue Saison richtig losgeht, haben wir die Kona-Siegerin Anne Haug getroffen, um ihre Gedanken zu ihrem massiven 2019 Sieg zu erfahren und zu sehen, wo sie vor der Saison 2020 steht. Außerdem gibt sie uns ein paar Trainingstipps, die man sich merken sollte, egal ob als Neuling oder als erfahrener Triathlet.

Wir sind jetzt ein paar Monate von Ihrem großen Sieg entfernt, wie fühlen Sie sich? 

Ich fühle mich sehr gut. Ein bisschen mehr beschäftigt als normal und mit ein paar neuen Disziplinen.

Ab welchem Punkt haben Sie gewusst, dass Sie ihn hatten [den Sieg]?

Um ehrlich zu sein, kann man nie sicher sein, bis man die Ziellinie überquert hat. Der Ironman ist eine Bestie, und da kann alles jederzeit passieren. Deshalb muss man bis zum Ende fokussiert und konzentriert sein. Und genau das war ich. 

Was ist für Sie die mental anspruchsvollste Seite des Rennens?

Geduld zu haben und mich auf mein eigenes Rennen zu konzentrieren. Ich bin immer in Versuchung, gegen die anderen zu fahren, so wie ich es so viele Jahre lang im ITU-Zirkus gemacht habe.  

Anne Haug Kona-Sieg 2019

Was gefällt Ihnen am besten an den Rennen? Was lässt Sie Saison für Saison wiederkommen? 

Ich bin neugierig, wie schnell ich sein kann. Ich glaube immer, dass es mehr Raum für Verbesserungen gibt, ich bin ständig mit meiner Leistung unzufrieden und will schneller sein. Das ist meine tägliche Motivation: Jeden Tag eine bessere und schnellere Version meiner selbst zu sein. 

Wie sieht ein typischer Trainingstag für Sie aus?

Trainieren, essen, schlafen und wiederholen! Da steckt wirklich keine Raketenwissenschaft dahinter. Beständigkeit ist der Schlüssel im Endurance-Sport. Also wäre ein normaler Tag ein Lauf am Morgen, ein Schwimmen am Mittag und Fahrradfahren am Nachmittag. 

Was sind Ihre drei wichtigsten Trainingstipps? 

  1. Beständigkeit: Es spielt keine große Rolle, wie Ihre Trainingseinheiten aussehen, solange Sie regelmäßig trainieren.

  2. Gleichgewicht: Finden Sie das richtige Gleichgewicht zwischen Training und Erholung. Wenn Sie keine Zeit zum Ausruhen haben, werden Sie auch nicht besser.

  3. Kraftstoff: Wenn Sie ein Rennwagen sein wollen, tanken Sie keinen Mist.

Anne Haug Kona-Sieg

Fühlt sich der Start in diese Saison anders an als in den vergangenen Jahren? 

Nein. Jede Saison ist ein Neuanfang, und man muss voll auf der Höhe sein. Nur weil man einen WM-Titel hat, heißt das noch lange nicht, dass man einen Vorsprung hat. Vielleicht ist es sogar schwieriger, weil die Erwartungen steigen. Aber ich versuche, mich auf mich selbst zu konzentrieren und diesen Titel nicht zur Last werden zu lassen, sondern eher die Motivation für das, was möglich ist. 

Welches ist Ihr Lieblingsrennen auf der Ironman-Strecke? Warum?

Ich bin bisher noch nicht viele Ironman-Rennen gefahren. Deshalb kann ich es nicht sagen. Aber für mich ist es wichtiger, gegen wen ich fahre und wie meine Leistung ist, als wo ich fahre. Ich will gegen die Besten der Welt antreten, um zu sehen, was ich verbessern muss.  

Was lieben Sie am P5? 

Es ist leicht, es ist superschnell, es ist einfach das perfekte Fahrrad für mich. Wenn man zu viel Zeit auf dem Fahrrad verbringt, wie bei einem Langstrecken-Triathlon, beginnt man, eine besondere Beziehung aufzubauen. Und ich denke, wir sind ein sehr, sehr gutes Team.

Worauf freuen Sie sich am meisten in 2020? 

Zu sehen, wie sehr ich mich verbessern kann.  

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