Cervelos „Schwebendes“ RDH: Kleines Teil, große Vorteile

Warum hat Cervélo für seine Scheibenbremsrahmen ein schwebendes Schaltauge entwickelt?

 

Unser RDH wurde entwickelt, um unglaublich enge Engineering-Toleranzen mit unseren Fertigungsprozessen in Einklang zu bringen. Wie eng? Die beiden hinteren Ausfallenden müssen parallel (oder „flach“) innerhalb von 0,1 mm der Außenfläche des Tretlagers sein. Die oberen und unteren Bremsflächen müssen ähnlich senkrecht zur Ausfallendefläche stehen und die Durchgangsbohrungen müssen ebenfalls senkrecht zur Ausfallendefläche stehen.

Um einen „Rundlaufsitz“ zu gewährleisten, der einer Steckwelle leichtes Durchrutschen und freies Drehen ohne Bindung ermöglicht, werden diese Toleranzen sogar noch extremer. Unser ursprüngliches Ziel von 0,04 mm Konzentrizität von der Antriebsseite zur Nicht-Antriebsseite – das heißt, perfekte Kreise um eine gemeinsame Achse zu bilden – ist außergewöhnlich schwierig zwischen zwei beliebigen Oberflächen aufrechtzuerhalten, ganz zu schweigen von geformten, geklebten und lackierten Kohlefaseroberflächen! Die Festlegung dieser Toleranzen war eine Sache; die Herstellung von Rahmen, die diese erfüllen oder überschreiten, war eine ganz andere.

Diese fast unmöglichen Werte veranlassten uns, nach Alternativen zu suchen. Und so entstand das Konzept des schwebenden RDH (oder wie wir Ingenieure es lieber nennen, der seitlich entkoppelnden konzentrisch ko-lokierenden RDH).

So funktioniert es: Das Aufhängeateil der Baugruppe wird in einen vertieften Sechskantschlitz auf der Innenseite des Ausfallendes der Antriebsseite eingesetzt, gefolgt vom Rad. Anschließend wird die Steckachse eingesetzt und die Gewinde lose eingerastet, wodurch die Gewinde auf der Antriebsseite perfekt mit der Bohrung auf der Nichtantriebsseite ausgerichtet sind. Anschließend wird die Aufhängungsmutter montiert und auf den Bolzenteil des Aufhängers geschraubt, wodurch die Ausrichtung dauerhaft fixiert und eine perfekte konzentrische Position der linken und rechten Rahmenseite erreicht wird.

Das Ergebnis: Eine frei laufende, nicht-bindende Passung, die die Anforderungen unserer Hersteller an wiederholbare, erreichbare Maßtoleranzen erfüllt und Cervélo-Radrennfahrern und -Händlern die gewünschte Nutzerfreundlichkeit, Montagefreundlichkeit und einfache Einstellbarkeit bietet.

Dieser Ansatz ermöglicht es uns auch, „Toleranzstack“ zu vermeiden, bei dem sich Toleranzfehler bei Naben, Rahmen, RDH-Löchern, Bremslöchern usw. verschwören, um Fahrräder unabstimmbar zu machen. Und weil das RDH physisch von der Achse entfernt ist – im Gegensatz zu einer herkömmlichen QR-Konfiguration, bei der die Achse/Nabe relativ frei im Ausfallende schwebt –, können wir die bestmögliche Ausrichtung des RD-Montagepunktes mit der Nabe sicherstellen.

Kurz gesagt, eine relativ einfache Lösung bringt unzählige Vorteile für Fahrer, Mechaniker und Händler.